26. Mai 2021

Was genau bezahlt ihr eigentlich.....

...in der RADBOX wenn ihr ein Fahrrad zur Reparatur bringt?

Diese Frage stellen sich zurecht nicht nur unsere Kunde:innen ab und zu, sondern wird auch intern immer wieder neu hinterfragt und diskutiert. So auch die letzten Wochen und Monate.....

Die einfachste und gleichzeitig häufigste Antwort lautet:
Die geleistete Arbeitszeit in unserer Werkstatt + benötigte Ersatzteile = Rechnungsbetrag.

Darin enthalten und somit nicht extra berechnet sind die Terminvergabe, Reparaturannahme, eventuelle Ersatzteilbeschaffung bzw. Bestellung, Probefahrt, Fahrradausgabe inkl. Erklärung und bei Bedarf kleine Nachjustierungen.

Vereinfacht könnte dies also für ein Trekkingbike folgendermaßen aussehen:

•  Inspektion                    45,00 €
•  Reifen                          28,90 €
•  Schlauch                        7,90 €
•  Schaltzug                       3,00 €
•  Lichtstecker                   0,80 €
•  Montage Teile              20,00 €
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  Rechnungsbetrag       105,60 €

Die Arbeitszeit (Inspektion + Montage) bezieht sich auf die reine Zeit des Mechanikers am Rad. Die oben beschriebenen, nicht berechneten Leistungen, nehmen in der Regel 10-15 min in Anspruch - bei unserem Stundensatz von 60€ wären dies umgerechnet 10-15€.

Kleinere Reparaturen erledigen wir oft spontan, um eben genau diese - nennen wir sie mal "Randkosten" - zu vermeiden. 
Da kommt es schon mal vor, dass eine Arbeit nur 5 min dauert, wir aber 10 € dafür berechnen. Entscheidend ist hier, dass wir wissen, wo das Problem liegt und an welcher Schraube man sprichwörtlich drehen muss. Dieses Wissen ist unserer Meinung nach mehr Wert, als z.B. ein Kettenöl oder ein Schlauch.

Wer sich wie wir täglich mit nahezu allen technischen Bereichen sowohl betagter, als auch moderner Fahrräder aller Art auseinandersetzt, stößt zwangsläufig immer wieder auf Hindernisse. Oder nennen wir es besser Herausforderungen.

Kein Fahrrad ist wie das andere und oft wird erst während der Reparatur klar, was man da vor sich hat. Dies bedeutet meist eine erneute Rücksprache mit Kunden:innen, Problemanalyse mit Herstellern, Bestellung nicht lagernd Ersatzteile, Unterbrechung bzw. Neuaufnahme der Reparatur usw.

Diese Mehrarbeit erledigen wir gerne und haben diese bisher nur selten berechnet.

Aufgrund der extremen Häufung solcher Fälle, behalten wir uns in Zukunft vor, einen individuellen Aufschlag für anfallende Mehrarbeit zu berechnen.
Wichtig ist uns an dieser Stelle zu erwähnen, dass es nicht um die Kompensation eigener Versäumnisse geht, sondern ausschließlich um die Kostendeckung eines nicht kalkulierbaren Mehraufwands.

Der Trend nahezu aller Hersteller, besonders individuelle Bauteile zu verwenden um sich von der Konkurrenz abzuheben, steht einer zügigen Reparatur - insbesondere bei E-Bikes und MTB's - leider oft im Wege. Es ist unmöglich, alle passenden Ersatzteile für sämtliche Fahrräder an Lager zu haben. Recherche und Bestellungen von Kleinteilen kosten Zeit und verursachen oft zusätzliche Porto - und Handlingskosten. Auch diese Mehrarbeit werden wir in Zukunft anteilig berechnen.

Die Entwicklung Fahrradbranche bringt in letzter Zeit viele neue Herausforderungen mit sich. Wir nehmen diese gerne an und stellen uns auf neue Aufgaben ein.

Wir hoffen, hiermit einen kleinen Einblick geben zu können, wie sich unsere Reparaturkosten zusammensetzen. Und natürlich gilt nach wie vor: fragen kostet nix....

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